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Wie Lämmer unter Flusspferden, 2014

Kindersoldaten

Diese Serie entsteht, nachdem ich seit einem Jahr in Kolumbien lebe und arbeite. Es ist ein Einblick in die emotionale Welt der Kinder des bewaffneten Konflikts aus meiner Sicht als ausländische Künstlerin. Ausgehend von Interviews* mit ehemaligen Kindersoldaten versucht die Serie, die komplexe Dynamik zwischen Unschuld und Gewalt darzustellen.

Diese Zeichnungen sind eine visuelle Erforschung im Inneren des Selbst der Kindersoldaten. Eine Darstellung der kindlichen Unschuld in Kontexten von Brutalität, Konflikt und Schmerz, in denen ihre angeborene Wahrnehmungsweise durch den Willen Dritter verzerrt und verwandelt wird. Ich versuche hervorzuheben, dass diese Minderjährigen im Grunde Opfer ihrer eigenen Unschuld sind, da ihre Peiniger sich ja gerade diese Eigenschaft zu Nutze machen, um sie dazu zu zwingen, unmenschliche Handlungen zu begehen.

Figurative Malerei und Abstraktion

Die visuelle Sprache dieser Zeichnungen mischt abstrakte und figurative Ausdrucksformen. Es wurden Bleistift, Aquarell und Tusche verwendet. So entsteht eine Verschmelzung der mit Bleistift gezeichneten Figuren mit Farbklecksen, die abstrakte Formen von Aquarell und Tusche bilden. So soll die innere Gefühlswelt in einem realen Zusammenhang dargestellt werden.

Flusspferde

Im Jahr 1981 ließ Pablo Escobar eine Gruppe von Flusspferden (zwischen 3 und 9 Tieren) aus ihrem natürlichen Lebensraum herausholen und nach Kolumbien bringen. Heute bedrohen über 50 Flusspferde entlang des Magdalenaflusses Leben und Sicherheit der anliegenden Bewohner. Wie die Kindersoldaten wurden auch die Flusspferde in eine Welt verpflanzt, die nicht die ihre ist, und gezwungen, ihre aggressivsten und gewalttätigsten Seiten herauszukehren, um zu überleben.

* Die Titel meiner Werke sind Zitate aus Interviews mit Mädchen und Jungen, die in illegalen bewaffneten Gruppen gekämpft hatten.

Adriana Ciudad



„Ich wollte nicht mit, klar!, aber wer sagt schon Nein zu diesen Typen.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 23 x 30 cm



„Dort kann man nichts mehr tun.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 23 x 30 cm



„Er fesselte und schlug mich. Tagsüber ok denn ich hatte Vorteile, und nachts fing ich dann an zu zittern.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 23 x 30 cm



„Wenn sie einen schnappten, der weg wollte, gaben sie ihm die Kugel.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 24 cm



„Ich sehe Leichen.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 24 cm



„Sie haben mir meinen Papa umgebracht.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 24 cm



„Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde verrückt.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 14 cm



„Die erste Waffe die sie dir geben ist ein Teil von einem Toten, damit du dich an den Leichengeruch gewöhnst.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 10 x 14 cm



„Mit 8 Jahren fing ich an. Sie holten mich von zu Hause weg und nahmen mich mit.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 10 x 14 cm



„Ich gewöhne mich nicht daran, keine Waffe zu haben.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 10 x 14 cm



„Was kann ein Dummer sonst machen?“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 10 x 14 cm



„Ein Armer ist nichts, für niemanden.“/ Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 10 x 14 cm



„Sie ließen mich Tote tragen, um die Angst zu verlieren.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 23 x 19 cm



„Sie kamen und sagten uns: wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 14 cm



„Wir waren sehr arm, da verzweifelt man halt.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 14 x 19 cm



„Sie haben mich so lange getreten bis es raus war, kein Mädchen darf schwanger sein.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30 x 40 cm



„Das Schlimmste war einmal, als man Leute verschwinden lassen musste. Es waren viele – also Schluss – und ins Loch.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30 x 40 cm



„Alles roch nach Leiche.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 19 x 24 cm



„Ich hatte keine Mama, also kümmerte sich keiner um mich.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 24 cm



„Sie prügelten mich, denn ich weinte immer und so taugt man nicht zum Kämpfen.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 23 x 30 cm



„Dort gibt es keine Schulen und nichts.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30 x 23 cm



„Dort machte man eine Säuberung.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30 x 40 cm



„Das erste was sie mir gaben war der Kopf eines Toten und ich trug ihn, bis er verwest war.“ / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 10 x 14 cm

Lo que Compartimos y Lo que No, 2014



Am Kotti 01 / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30 x 40 cm



Am Kotti 03 / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 24 cm



Am Kotti 02 / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30 x 40 cm



Am Kotti 01 / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 17 x 24 cm



Policía / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Ukuku Gringo / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Thoughts / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Berliners / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



My little Monster / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Ballast / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Batboy / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Tropical / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Batgirl / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm



Dreck / Wasserfarben, Tusche und Bleistift auf Papier / 30,5 x 45,5 cm